1. Management der Bulbusruptur
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Viestenz, A., Schrader, W., Küchle, M., Walter, S., and Behrens-Baumann, W.
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Zusammenfassung: Die Bulbusruptur ist eine der schwersten offenen Augenverletzungen, beeinträchtigt das Sehvermögen dauerhaft oder führt zur Erblindung. Risikofaktoren für eine Bulbusruptur sind vorherige Augenoperationen (27-fach erhöhtes Risiko), Myopie, fortgeschrittenes Alter, weibliches Geschlecht und Stürze. Die Abgrenzung der gedeckten Bulbusruptur von der Kontusion kann bei ausgeprägtem Hyposphagma mit Chemosis der Bindehaut erschwert sein. Im Zweifelsfall muss nach einer schweren stumpfen Augenverletzung eine Bulbusruptur ausgeschlossen werden. Die 360°-Peritomie dient zur Limbus- und Skleraexploration und sichert die Diagnose. Die Wunde muss zeitnah wasserdicht verschlossen werden, um eine expulsive Blutung, persistierende Bulbushypotonie oder Epitheleinwachsung zu verhindern. Ein verzögerter Wundverschluss potenziert das Risiko einer posttraumatischen Endophthalmitis. Mit einer Frühvitrektomie bei hohem Risiko einer Netzhautbeteiligung mit Glaskörperblutung kann der traktiven Netzhautablösung vorgebeugt werden. Die Silikonölinstillation bei offenem Bulbustrauma stabilisiert die zentrale Netzhaut, die prophylaktische Cerclage ist noch umstritten.
- Published
- 2024
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