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Vorbestehender Schmerz als Komorbidität im postoperativen Akutschmerzdienst

Authors :
Michael Pfingsten
José Hinz
J. Schlink
M. Bauer
Frank Petzke
Michael Quintel
Joachim Erlenwein
Source :
Der Anaesthesist. 62:808-816
Publication Year :
2013
Publisher :
Springer Science and Business Media LLC, 2013.

Abstract

Ziel dieser Untersuchung ist es, die Pravalenz und Bedeutung vorbestehender Schmerzen bei Patienten im Rahmen der postoperativen Versorgung durch den Akutschmerzdienst (ASD) darzustellen. Des Weiteren wird diskutiert, inwieweit sich durch diese Komorbiditat in der Praxis unmittelbare Unterschiede im Versorgungsaufwand, im Leistungsspektrum und in der Versorgungsqualitat des ASD ergeben. Es wurde eine inhaltliche und quantitative Auswertung aller ASD-Visiten innerhalb eines Zeitraums von 8 Wochen durchgefuhrt. Die Auswertung erfasste auch eine Qualitatsbeurteilung aus Patientensicht, die mithilfe des Patientenfragebogens aus dem Projekt Qualitatsverbesserung in der postoperativen Schmerztherapie (QUIPS) ermittelt wurde. Die Daten von 633 ASD-Visiten bei 128 Patienten wurden ausgewertet. Von diesen Patienten wurden 91 % wegen eines operativen Eingriffs aufgenommen (66 % Tumorchirurgie, 8 % Endoprothetik, 9 % sonstige Gelenkeingriffe, 17 % sonstige Eingriffe). Es hatten 50 % aller betreuten Patienten bereits mindestens seit 12 Wochen vorbestehende Schmerzen. Hiervon wurden 31 % als chronische Schmerzen (nichttumorbedingt) und 19 % als Schmerzen, die vermutlich im Zusammenhang mit der Tumorerkrankung standen, bewertet. Fur die Patienten mit vorbestehenden Schmerzen ergaben sich keine nennenswerten Unterschiede im direkten Betreuungsaufwand und in der Qualitat der Versorgung, abgesehen von einer ofter nachfolgenden schmerz- und palliativmedizinischen konsiliarischen Betreuung. Vorbestehende Schmerzen sind eine haufige Komorbiditat bei operativen Patienten. Die Daten zur Ergebnisqualitat zeigen, dass diese Patienten von speziellen Verfahren und der Betreuung durch den ASD profitieren konnten. Im Gegensatz zu Studien zur allgemeinen postoperativen Schmerzbehandlung wiesen die vom ASD betreuten Patienten mit vorbestehenden Schmerzen keine hohere postoperative Schmerzintensitat auf, sodass vorbestehende Schmerzen eine sinnvolle Indikation zur Mitbetreuung durch den ASD sein konnten.

Details

ISSN :
1432055X and 00032417
Volume :
62
Database :
OpenAIRE
Journal :
Der Anaesthesist
Accession number :
edsair.doi...........423efc954bf1371b4e5a673d706232fd
Full Text :
https://doi.org/10.1007/s00101-013-2224-4