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Multimodal—was ist das überhaupt?

Authors :
Michael Pfingsten
Source :
Manuelle Medizin. 43:80-84
Publication Year :
2005
Publisher :
Springer Science and Business Media LLC, 2005.

Abstract

Bei chronischen Schmerzen hat sich die aufeinander abgestimmte Anwendung von Behandlungsmethoden aus verschiedenen Fachdisziplinen bewahrt. Gleichwohl ist unter einer solchen multimodalen Herangehensweise nicht zu verstehen, dass verschiedene Methoden wahllos kombiniert werden. Auch die Durchfuhrung einer multimodalen Therapie sollte sich an theoretisch begrundeten und bewahrten Konzepten orientieren. Diese Konzepte lassen sich am Beispiel des Ruckenschmerzes gut darstellen. Das elaborierteste Modell zur Erklarung des Uberganges von akuten zu chronifizierten Schmerzen ist das Angst-Vermeidungs-Modell („fear avoidance“). Dabei wird der bei vielen Patienten zu beobachtende komplexe chronifizierte Status als eine gelernte Konsequenz verstanden, die sich aus der angstmotivierten Vermeidung von Bewegung und Belastung ergibt. Zielpunkt des sich daraus ergebenden Vorgehens ist nicht vorrangig die Behandlung einer korperlichen Pathologie, sondern die Wiederherstellung der Funktionsfahigkeit der Betroffenen („functional restoration“). Derartige Programme haben ihre Effektivitat inzwischen eindrucksvoll bewiesen. Die Effektivitat ist jedoch entscheidend von den notwendigen Inhalten der Behandlung sowie der Einhaltung wichtiger Behandlungsprinzipien abhangig (Vermeidung negativer Erwartungseffekte, verstarkter Einsatz „versichernder“ Techniken, kein Training genereller Belastungsvermeidung, Durchfuhrung der Behandlung nach Prinzipien der Angsttherapie).

Details

ISSN :
14330466 and 00252514
Volume :
43
Database :
OpenAIRE
Journal :
Manuelle Medizin
Accession number :
edsair.doi...........c6d320fc111c0399ef5da8a66da44e9a
Full Text :
https://doi.org/10.1007/s00337-005-0348-6